The Asylum – Sanatorium du V. in Frankreich

Es wird mal wieder Zeit für eine Fotostrecke, bevor die nächste Ausstellung dazwischen kommt. Schon letztes Jahr habe ich in Frankreich diese verlassene Lungenheilanstalt besichtigt. Zum ersten Mal habe ich Bilder der Reihe dieses Jahr bei der Urbexpo in Bochum gezeigt und danach in Auszügen auf weiteren Ausstellungen. Einigen sind die Bilder also teilweise schon bekannt. Nachdem mir das Gebäude im Laufe der Zeit in drei Spielfilmen begegnete und mich hier schon absolut faszinierte, hatte ich schon längst recherchiert wo es sich genau befand und war nun auch endlich dort.

  

Die brutalistische Architektur ganz aus Beton faszinierte mich besonders. Der 220 m lange dreistöckige und an den Längsseiten stufenförmig zurückversetzte Bau ist einfach gewaltig und wenn man sich jetzt noch vorstellt das dieses Gebäude gleich drei mal in identischer Bauweise versetzt hintereinander existiert, wird das ganze noch gigantischer. Das mittlere Gebäude ist bereits saniert und wird als Forschungszentrum genutzt und da wir nicht von Softairkugeln erschossen werden wollten entschieden wir uns spontan für das vordere der drei Gebäudekomplexe. Vor allem die Treppenhäuser in den beiden halbrunden seitlichen Anbauten mit dem schwindelerregenden Blick in die Tiefe und die endlos langen Flure faszinieren besonders. Dazu findet man in einigen Räumen vielfältige und oft herausragende Streetart-Kunst.

 

Die drei Pavillons für Tuberkulosekranke wurden in einem Abstand von 400 Meter gebaut. Diese langgezogenen Gebäude besitzen an ihren Enden Anbauten, die im Westen den medizinischen Anwendungen und im Osten als Küchen, Speisesäle und Freizeiträume dienten. Alle Gebäude sind aus Stahlbeton. Die Heilanstalt wurde 1931 bis 1933 wegen stark zuehmender Tuberkuloseerkrankungen in Auftrag gegeben. 1946 wurde das Sanatorium wiedereröffnet, nachdem es im Zweiten Weltkrieg den deutschen Besatzern als Gefangenenlager diente. Mit der Entdeckung von Antibiotika und dem Rückgang der Tuberkulose begann auch der Niedergang des Sanatoriums. 1972 noch zum Rehabilitationszentrum umfunktioniert, war die Schließung 1987 nicht mehr zu vermeiden. Die Gebäude aus Stahlbeton stehen seit 1999 als „Monument historique“ auf der Liste der Baudenkmäler in Frankreich.

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~ von Kathrin - 15. November 2018.

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